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"Hallo" ist eine heutzutage weit verbereitete, geradezu ideale, weil neutrale, Anrede!? Ah, klingt das cool und lässig. Keine Gefühle kommen da durch, Respekt vor dem Adressaten bleibt im Dunkeln. So kann man jeden anreden - sogar unseren Bundespräsidenten, jawohl. Was will man mehr in unserer heutigen Zeit? Sehr, sehr praktisch. "Gefühle o.ä., das ist etwas für Warmduscher, aber nicht für mich?"
"Hallo" ist übrigens noch steigerungsfähig: "Hallöchen!" Das ist persönlich noch weiter weg. Statt das Original sozusagen das Echo oder der Hall. Trotzdem: klingt doch fast liebevoll!? Aber Vorsicht: Das scheint nur etwas für "nähere" Ohren.
Beispielvorschläge zur "klimatischen" Verbesserung unserer persönlichen Umgangsformen: Wenn schon "hallo", dann doch wenigstens nach einem Komma mit einem "lieber ..." hinterher. Und statt nur mit dem Namen abzuschließen ein ganz uncooles "Mit freundlichen Grüßen" oder in besonderen Fallen "Mit herzlichen Grüßen" oder gar mit "Dein" bzw. "Euer".
Autor: Reinhard Lenk, 2.11.05 |